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Drupal 8 installieren für Jedermann

Unser Tutorial für eine erfolgreiche Drupal-Installation - auch ohne Vorkenntnisse

Tutorial zur Installation von Drupal 8

Diese Anleitung zum Installieren von Drupal richtet sich an Personen mit wenig oder keiner Erfahrung im Umgang mit Drupal. Für die Installation von Drupal ist keine Programmiererfahrung erforderlich.

Voraussetzungen für die Installation

Für eine lokale Installation von Drupal (also nur auf dem eigenen Rechner, nicht auf einem Server) wird eine lokale Webserver-Umgebung benötigt, vorzugsweise mit Apache, PHP und einem Datenbanksystem wie MySQL oder MariaDB.

Für Einsteiger, die nicht auf einem richtigen (Live-)Server arbeiten, ist die Software XAMPP zu empfehlen. XAMPP gibt es für Windows, Mac und Linux. Dabei handelt es sich um eine Software-Sammlung die Apache, PHP und MariaDB enthält. Über XAMPP lassen sich noch weitere nützliche Tools installieren z.B. FileZilla zum Zugriff auf einen Server über FTP und phpMyAdmin, das eine grafische Oberfläche für das Verwalten von Datenbanken bereitstellt.

Achtung! XAMPP ist als Testumgebung gedacht und lässt absichtlich Sicherheitslücken offen, um die Handhabung der Software zu vereinfachen. XAMPP sollte daher nicht in einer Produktiv-Umgebung (auf einem Live-Server) eingesetzt werden.

Für das Aufsetzen eines lokalen Drupals benötigen wir folgende Komponenten (die bei der Installation von XAMPP zur Auswahl stehen): PHP, Apache, phpMyAdmin und MariaDB (bei älteren XAMPP-Versionen MySQL). Nachdem XAMPP installiert ist, sollte man in den Einstellungen nachsehen, wo der Webordner ist. In diesen wird später unser Drupal hineingelegt.

Je nach Bedarf kann auch ein anderer Webserver (z. B. Nginx) oder ein anderes Datenbanksystem (z. B. MySQL) verwendet werden. Die einzigen festen Voraussetzungen sind PHP 5.5.9 für Drupal 8 (PHP 5.2.5 für Drupal 7) und eine etwas neuere Version des Datenbanksystems d. h. für Drupal 8 MySQL 5.5.3 / MariaDB 5.5.20 und für Drupal 7 MySQL 5.0.15 / MariaDB 5.1.44 (näheres dazu auf der Drupal Website). Wer die Installation der benötigten Komponenten auf dem eigenen Rechner vornimmt, hat kein Problem damit, neuere Versionen dieser Software zu installieren. Dies ist auf einem "richtigen" Server, der nicht selbst verwaltet wird, nicht ohne Weiteres möglich. Zusätzlich ist zu beachten, dass ein leeres Drupal 7 mit der Datenbank zusammen etwa 25 MB Speicherplatz auf der Festplatte benötigt. Ein leeres Drupal 8 mit Datenbank wird etwa 120 MB Speicherplatz auf der Festplatte belegen. Dies wird allerdings in beiden Fällen deutlich mehr, wenn auf der Website weitere Module installiert und Inhalte angelegt werden.

Die in diesem Tutorial gezeigten Screenshots entstanden auf Linux, es sollte auf anderen Betriebssystemen aber ähnlich aussehen.

Datenbank anlegen

Damit Drupal seine Konfigurationen speichern kann, wird eine Datenbank benötigt. XAMPP bringt, wenn bei der Installation ausgewählt, das Datenbanksystem MariaDB mit. Das Tool phpMyAdmin, was ebenfalls bei der Installation von XAMPP ausgewählt werden kann, sei an dieser Stelle empfohlen, weil es eine grafische Oberfläche zum Verwalten der Datenbank zur Verfügung stellt. Andernfalls müsste stattdessen die Konsole dafür genutzt werden.

Wenn phpMyAdmin installiert ist, kann die Oberfläche im Browser über die URL "localhost/phpmyadmin" (oder "127.0.0.1/phpmyadmin") aufgerufen werden. Auf der folgenden Seite können Sie sich bei der Datenbankverwaltung anmelden. Da das Arbeiten mit XAMPP so einfach wie möglich sein soll und dabei auf Sicherheitskriterien nicht geachtet wird, ist hier der Benutzername "root" und kein Passwort als Standard gesetzt.

Wenn Sie sich erfolgreich angemeldet haben, klicken Sie im oberen Menü auf "Datenbanken". Hier sehen sie eine Übersicht aller Datenbanken die auf diesem Server (bzw. auf Ihrem Rechner) liegen. Oben auf dieser Seite haben Sie die Möglichkeit eine neue Datenbank anzulegen. Wählen Sie einen Namen für die Datenbank und wählen Sie "utf8_general_ci" als Kollation links neben dem Datenbank-Namen. Auf der nächsten Seite können Tabellen in der Datenbank angelegt werden, was allerdings nicht notwendig ist, weil Drupal das für uns erledigt.

Drupal herunterladen

Nun haben wir die Wahl, welche Version von Drupal wir verwenden möchten. Drupal 7 ist nun schon etwas älter (2011 erschienen) und dementsprechend etwas langsamer, aber die Auswahl an Zusatzmodulen und Tutorials ist sehr groß. Das neue Drupal 8 (November 2015) ist schnell, allerdings ist die Auswahl an Zusatzmodulen noch nicht auf dem gleichen Stand wie bei Drupal 7. Dafür ist bei Drupal 8 die Mehrsprachigkeit von Hause aus mit dabei. Drupal 6 ist nicht zu empfehlen, da es seit Februar 2016 nicht mehr offiziell unterstützt wird (keine neuen Sicherheitsupdates usw.).

Wer auf seiner Website einfach nur ein paar Bilder und etwas Text zeigen möchte, der kann ohne Bedenken Drupal 8 verwenden. Wer speziellere Funktionen benötigt, wie z.B. eine Tag Cloud, der sollte sich vorher informieren, ob diese bereits als Zusatzmodule für Drupal 8 verfügbar sind.

Auf der Drupal-Projektseite stehen die verschiedenen Versionen zum Download bereit. Die Versionsnummer kann leicht abweichen (Für Drupal 8 z.B. "Drupal core 8.3.1"), was daran liegt, dass häufiger neue Updates für Drupal erscheinen. Die Dev-Versionen (Development releases) sollten nur von erfahrenen Entwicklern verwendet werden.

Auf der nächsten Seite stehen 2 Versionen des gewählten Drupals zur Auswahl. An dieser Stelle ist die .zip-Version empfohlen, da ein entsprechender Entpacker fast immer vorhanden ist. Das heruntergeladene Archiv (Name variiert je nach aktueller Drupal Version z.B. drupal-8.2.2.tar.gz bzw. drupal-8.2.2.zip) muss nun in den Webordner von Apache kopiert werden. Unter Linux ist der Webordner üblicherweise unter "/var/www/html" zu finden. Unter Windows sollte der Webordner "/htdocs" heißen und innerhalb des Ordners liegen, in dem XAMPP installiert wurde (z.B. "C:/xampp/htdocs"). Auf einem Mac sollte der Webordner unter "Applications/xampp/xamppfiles/htdocs" liegen. Nachdem das Archiv in den Webordner kopiert wurde, muss es noch entpackt werden.

Die Dateistruktur sollte nun etwa so aussehen (im Fall von Drupal 8):

Installation

Um die Installation von Drupal zu beginnen, muss im Browser der Ordner aufgerufen werden, in dem die Drupal-Dateien liegen. Sofern der Drupal-Ordner nach dem Enpacken nicht umbenannt wurde, sollte die URL, unter der das Drupal ab diesem Zeitpunkt mit dem Browser zu erreichen ist, in etwa so aussehen: "http://localhost/drupal-7.51". Wenn Drupal in einem Unterordner liegt, dann sollte die URL so aussehen: "http://localhost/unterordner/drupal-7.51" (Die Nummer am Ende kann variieren abhängig von der gewählten Drupal-Version).

In den folgenden Screenshots ist die URL zum Aufrufen des Installationsvorgangs bereits verändert worden, deshalb diese nicht beachten.

Drupal 7

Die folgenden Schritte beziehen sich auf die Installation eines Drupal 7.

Wenn die richtige URL eingegeben wurde, sollten Sie die folgende Seite sehen:

Hier kann ausgewählt werden, welches Profil installiert werden soll. Das Standard-Profil beinhaltet einige nützliche Module und Einstellungen für den Anfang. Das Minimal-Profil enthält nur die grundlegendsten Module und ist eher für fortgeschrittene Nutzer gedacht. Zu empfehlen ist die Nutzung des Standard-Profils, da sonst Funktionen nicht direkt aktiviert sind, die man eventuell erwarten würde.

Wählen Sie das Standard-Profil und klicken Sie auf "Save and continue".

Auf der nächsten Seite kann die Standardsprache der Website gewählt werden. Hier steht standardmäßig nur Englisch zur Auswahl. Weitere Sprachen können nach der Installation hinzugefügt werden. Das Hinzufügen oder Ändern einer Sprache nach der Installation wird im letzten Abschnitt dieses Artikels noch erklärt.

Wählen Sie die gewünschte Sprache und klicken Sie auf "Save and continue".

Im 4. Schritt (wenn die Voraussetzungen für die Drupal-Installation erfüllt sind, wird Schritt 3 übersprungen) werden die Informationen der angelegten Datenbank benötigt. Der Datenbanktyp sollte standardmäßig richtig eingestellt sein. Geben Sie den Namen der Datenbank an, welche Sie für Drupal erstellt haben und füllen Sie die Datenbank-Benutzerdaten aus. Der Name und das Passwort sind dieselben wie für den Login auf phpMyAdmin. Die "Advanced Options" können außer Acht gelassen werden.

Wenn Sie die Daten eingegeben haben, klicken Sie auf "Save and continue".

Im nächsten Schritt werden die Module installiert und sonstige Konfigurationen vorgenommen. Dies dauert in der Regel nicht lange (mit durchschnittlicher Hardware etwa eine Minute).

Als Nächstes werden allgemeine Website-Konfigurationen angegeben und der erste Admin-Login erstellt. All dies kann nachträglich noch nach Belieben geändert werden. 

Wichtig: Außerdem zu beachten ist, dass der Benutzer, welcher in diesem Schritt angelegt wird, alle Berechtigungen auf der Seite hat. Deshalb sollte in einer Live-Umgebung (wenn die Website auf einem "richtigen" Server liegt) unbedingt einerseits ein längeres und komplexeres Passwort gewählt werden (min. 12 Zeichen, mit Sonderzeichen usw.) und andererseits der Benutzername nicht dem standardmäßigen "admin" entsprechen.

Wenn alles geklappt hat, sehen Sie eine Bestätigungsseite mit einem Link zu Ihrer neuen Website.

Drupal 8

Die folgenden Schritte beziehen sich auf die Installation eines Drupal 8. 

Wenn Sie die richtige URL eingegeben haben, sollten Sie folgende Seite sehen.

Hier können Sie die Standardsprache der Installation und der Website festlegen. Diese kann später noch geändert werden.

Wählen sie die gewünschte Sprache und klicken Sie auf "Save and continue".

Im nächsten Schritt wird ein Installationsprofil festgelegt. Das Standard-Profil beinhaltet einige nützliche Module und Einstellungen für den Anfang. Das Minimal-Profil enthält nur die grundlegendsten Module und ist eher für fortgeschrittene Nutzer gedacht. Zu empfehlen ist die Nutzung des Standard-Profils, da sonst Funktionen nicht direkt aktiviert sind, die man eventuell erwarten würde.

In Schritt vier (Schritt drei wird übersprungen, sobald alle Voraussetzungen für die Drupal-Installation erfüllt sind) werden die relevanten Infos der zuvor erstellten Datenbank benötigt. Der Datenbanktyp sollte bereits korrekt sein. Ergänzen Sie die fehlenden Angaben zur Datenbank.  Benutzername und Passwort sind hierbei dieselben wie für den Login auf phpMyAdmin. Die "Erweiterten Optionen" können außer Acht gelassen werden.

Die nächsten beiden Schritte laufen automatisch. Hier werden die Module, die das Standard-Profil mitbringt, installiert und für den Fall, dass eine andere Sprache als Englisch gewählt wurde, werden hier auch Übersetzungen für diese Module importiert.

Im folgenden Schritt werden allgemeine Einstellungen der Website angegeben und der erste Benutzer erstellt. All diese Einstellungen können nachträglich noch geändert werden. 

Wichtig: Außerdem zu beachten ist, dass der Benutzer, welcher in diesem Schritt angelegt wird, alle Berechtigungen auf der Seite hat. Deshalb sollte in einer Live-Umgebung (wenn die Website auf einem "richtigen" Server liegt) unbedingt einerseits ein längeres und komplexeres Passwort gewählt werden (min. 12 Zeichen, mit Sonderzeichen usw.) und andererseits der Benutzername nicht dem standardmäßigen "admin" entsprechen. In einer vollwertigen Server-Umgebung, die auch über einen Mailserver verfügt, kann zudem die für den Benutzer angegebene Mail-Adresse verwendet werden, wenn das Passwort einmal nicht mehr vorliegt.

Nachdem Sie die Angaben gespeichert haben, werden nochmal Übersetzungen importiert. Danach werden Sie auf Ihre neue Website weitergeleitet.

Empfehlungen für weitere Module

Abschließend noch ein paar Empfehlungen bezüglich Zusatzmodulen, die das Arbeiten mit Drupal angenehmer machen oder wichtige Funktionen bereitstellen.

Einfache Backups in Drupal 7

Bevor größere Änderungen an der Website gemacht werden (z. B. Einspielen eines neuen Moduls), ist es empfehlenswert, eine Sicherungskopie der Daten und der Datenbank zu machen. Dafür bietet sich das Modul "Backup and Migrate" an. Mithilfe dieses Moduls kann mit wenigen Klicks ein Backup der Daten und der Datenbank gemacht werden. Es kann auch eingestellt werden, dass automatisch in bestimmten Abständen Backups gemacht werden z. B. einmal täglich. "Backup and Migrate" ist zwar für Drupal 8 ebenso verfügbar, die derzeitige Alpha-Version kann auf Grund diverser bekannter Fehler allerdings noch nicht verlässlich eingesetzt werden.

Mehrsprachigkeit in Drupal 7

Um in Drupal 7 eine neue Sprache hinzuzufügen, wird das Locale-Modul benötigt. Wenn das Standard-Profil für die Installation gewählt wurde, ist diese bereits vorhanden und muss nur noch aktiviert werden. Dies kann über die Modul-Übersicht (Im Adminmenü der Menüpunkt "Modules") gemacht werden. Nun brauchen wir noch die Sprache. Das gewünschte Sprachpaket kann hier heruntergeladen werden. Dabei muss die richtige Version beachtet werden. Unter Configuration -> Regional and language -> Translate interface -> Import kann das Sprachpaket importiert werden. Nun kann die neue Sprache noch als Standard festgelegt werden. Das kann unter Configuration -> Regional and language -> Languages erledigt werden.

Benutzerfreundlichkeit

Für eine angenehmere Handhabung des Administrationsmenüs ist das "Admin Toolbar"-Modul zu empfehlen (eine ähnliche Version ist auch für Drupal 7 verfügbar). Es ermöglicht das Aufklappen des Menüs, um auch tief verschachtelte Menüpunkte mit nur einem Klick zu erreichen.

Um in Drupal 7 ein Datums-Feld bereitzustellen, bei dem Redakteure einen Kalender zur Auswahl des Datums zur Verfügung haben, wird das Modul Date benötigt. Diese Funktion ist in Drupal 8 standardmäßig vorhanden.